Wir haben uns die Frage gestellt: „Wie kommt es denn eigentlich heutzutage zu solch hohen Kaiserschnittraten“

Ob es wohl eine Rolle spielt, dass ein Krankenhaus bei einer Kassenpatientin für eine vaginale Geburt ca 1600 Euro erhält, bei einem Kaiserschnitt hingegen 2800 Euro? (1) und über die Indikation des durchgeführten Kaiserschnitts niemandem gegenüber Rechenschaft ablegen muss?

Ob es wohl auch eine Rolle spielt, dass ein Assistenzarzt der Gynäkologie und Geburtshilfe für seine Facharztanerkennung 120 Operationen im geburtshilflichen Bereich nachweisen muss? (2)

Ob es wohl eine Rolle spielt, dass es in den Leistungen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung einen „Zuschlag Schnittentbindung“ gibt?

Sicherlich spielt es eine Rolle, dass man einen Arzt dafür verklagen kann, wenn er keine Operation unternommen hat und das Kind bleibenden Schaden hat oder gar stirbt, dies aber nicht tun kann, wenn das Kind nach einem operativen Eingriff in seine Geburt bleibende Beeinträchtigungen behält oder stirbt. Das gleiche gilt für den etwaigen Todesfall der Mutter.

Sicherlich spielt es eine Rolle, dass Hausgeburtshebammen und Hebammen in Geburtshäusern wegen fast unbezahlbar hoher Versicherungen um ihre Existenz ringen und viele bereits aufgegeben haben.

Vermutlich spielt es ebenfalls eine Rolle, dass Raum und Atmosphäre im Krankenhaus wenig den Bedürfnissen einer Gebärenden entgegen kommen, die Michel Odent unter dem Oberbegriff „Privacy“ zusammenfasste. Siehe hierzu unter Natürliche Geburt

Vermutlich spielt es auch eine Rolle, dass medizinische GeburtshelferInnen Schwangerschaft und Geburt in erster Linie von ihrer pathologischen Seite her kennen lernen, nämlich all die Fälle, in denen Komplikationen ein Eingreifen erforderlich machen, eine schwangere oder gebärende Frau bereits als ein Risiko an sich betrachten (3), aber wenig bis nichts darüber lernen welche Bedingungen eine Gebärende benötigt, um aus eigener Kraft ein Kind zur Welt zu bringen und wie sie Frauen dabei unterstützen können.

So verengt sich der Blick und Geburt erscheint wie alles andere, was im Studium gelernt wird, eine „Erscheinung mit Krankheitswert“ zu sein.

Doch obwohl Geburt mehr und mehr in die Krankenhäuser verlegt wird, ist sie noch immer ein natürliches, durch und durch gesundes Ereignis, für das jede Frau, kraft ihres Frauseins ausreichend ausgestattet ist.

Wir haben die Hoffnung, dass Frauen durch eine ganzheitliche Geburtsvorbereitung, mit viel Bewusstheit, dieses Wissen in die Geburtsabteilungen tragen und sich dadurch nicht mehr passiv den „Verrücktheiten“ und „Sachzwängen“ der derzeitigen Systeme ausgeliefert fühlen müssen. Eine hilfreiche Methode erscheint uns hierfür z.B. auch die Mongan Methode (HypnoBirthing) weil sie den Frauen/Eltern systematisch  (auch bei unerwarteten Situationen) beibringt im Atem-und Fühlkontakt mit dem Kind zu bleiben (4).

1. Kentenich, Chefarzt der Berliner DRK-Kliniken Westend in einer Presseerklärung vom 19.2.2008

Bei Privatpatientinnen seien die Spannen noch wesentlich größer.

vgl: www.greenbirth.de/html/8-4-kaiserschnitt.html

2. De Jong/Kemmler: Kaiserschnitt- Wie Narben an Bauch und Seele heilen können

Universitätskliniken haben denn auch eine höhere Rate an Kaiserschnitten als andere Krankenhäuser. Ebda.

3. Susan L. Erikson, Ultraschall und Kulturen des Risikos In: GiD Nr. 188 Juni 2008.

4. Marie F. Mongan, HypnoBirthing, mankau, 2008.