Paarseminar

Da wir am Lebensanfang (auch in den sensiblen ersten Stunden nach der Geburt) so viel Schmerz, Trennung und Bindungsstörungen erlebt haben, bringen wir diese Prägungen in unsere Paarbeziehung, in der Hoffnung, dass es hier besser ausgeht. Paare suchen sich i.d.R. nach dem Schlüssel-Schloss-Prinzip. D.h. sind wir viel verlassen worden, suchen wir uns Partner, die uns viel verlassen usw. Sobald wir uns in einer Beziehung etwas sicherer fühlen (manchmal auch gleich im Anfangsstadium der Verliebtheit) inszenieren wir unsere Bindungsmuster. Leider trennen wir uns dann oft an diesem Punkt, weil wir glauben, es ist eben wieder nicht der/die Richtige. Die Chance für Erkenntnis, Integration und Transformation ist vertan und die Muster holen uns in der nächsten Beziehung (falls wir uns nochmals wirklich einlassen) wieder ein. Warum nicht diesmal die Krise wirklich nutzen?

Es ist ein Segen für Paare, wenn diese sich ihre Verletzungen im geschützten Raum mit Begleitung  gegenseitig zeigen. Dadurch erwächst eine völlig neue Dimension des Mitgefühls und der Herzöffnung. Sobald wir von der verbalen Ebene, die häufig nur noch in Streit, Missverständnissen und Anklagen mündet, auf die Körper-und Fühlebene begeben und tiefer schauen, öffnen sich völlig neue Türen. Wir blicken in die Prägungen des Partners aus Schwangerschaft, Geburt und früher Kindheit, sowie in die systemischen Aspekte aus dessen Ahnenlinie. Es ist dann oft wie ein Wunder: Wurde der Schmerz aus dieser Zeit tief erfühlt und bezeugt, kann er sich aus unserem Zellgedächtnis befreien und unser Nervensystem ist an dieser Bruchstelle wieder vollständig.

Wir werden in diesem Workshop mit drei Paaren arbeiten. Jede Person bekommt den Raum für ihren eigenen Prozess. Wir freuen uns sehr auf diese Arbeit, da wir (Gudrun und Joachim) immer sagen: „Wir wären wohl kaum mehr in Liebe beisammen, wüssten wir nicht um diese Zusammenhänge“.