Kaiserschnitt und seine Konsequenzen

Wenn Sie selbst mit Kaiserschnitt entbunden wurden, lesen Sie diesen Text nicht allein.

Seien Sie achtsam mit sich und Ihren Gefühlen.

Ein Kaiserschnitt, wenn er notwendig geworden ist, kann traumatisch sein.

Bitte holen Sie sich Unterstützung, um das Erlebte zu verarbeiten.

Dieser Text will aufklären und werdende Eltern ermutigen, sich für eine selbstbestimmte Geburt einzusetzen, denn je mehr Eingriffe in den Geburtsprozess stattfinden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie mit einem Kaiserschnitt beendet wirdi Mit Eingriffen von außen sind dabei häufige (auch innere) Untersuchungen oder das Mitschreiben der Wehen ebenso gemeint wie chemische Eingriffe durch z.B. PDA, die Gabe anderer Schmerzmittel oder die Einleitung der Wehen. In den meisten Fällen gibt es für nichts davon eine medizinische Indikation. (siehe die Kapitel: PDA, Weheneinleitung, CTG)

Der Kaiserschnitt kann eine lebensrettende Maßnahme sein und seine erfolgreiche Durchführung hat ungezählten Frauen das Leben gerettet und viel dazu beigetragen, dass das Gebären heutzutage nicht mehr als eine Sache von Leben und Tod gilt.

Die Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass bei ca. 11% der Geburten ein Kasierschnitt notwendig wird. Zahlen von Orten natürlicher Geburt wie der „Farm“ von Ina May Gaskin und ihren Kolleginnen lasse vermuten, dass diese Zahl noch wesentlich zu hoch gegriffen ist. Sie haben eine Kaiserschnittrate von 2-3%.

Bindungsstärkende Maßnahmen während der Schwangerschaft wie z.B. die der Bindungsanalyse, Empathietraining für Eltern oder ähnliches führen zu einer weit niedrigeren Rate, selbst wenn die Frauen im Krankenhaus gebären.

In einer Vielzahl der Fälle scheint die Notwendigkeit eines Kaiserschnitts durch vorangehende medizinische Interventionen selbst produziert.

Zum Beispiel sind bei einer eingeleiteten Geburt die Wehenschmerzen intensiver, so dass dann oft eine PDA notwendig scheint. Eine PDA führt signifikant häufiger zu einem Geburtsende per Instrument (Zange, Saugglocke) oder Kaiserschnitt. Ähnlich führen häufige Untersuchungen der Frau – wie sie in manchen Krankenhäusern leider immer noch gang und gäbe sind – zu einer Aktivierung des Neokortex, dem Verstandeszentrum der Gebärenden, einer Adrenalinausschüttung, durch Angst und Stress, in deren Folge die Wehen aussetzen können. In der freien Natur ermöglicht das Aussetzen der Wehen einer Gebärenden aus einer unsicheren Situation zu fliehen, um ihr Kind an einem geschützten Ort zu gebären. Im Krankenhaus führt derselbe an sich sinnvolle Mechanismus oft an den Wehentropf oder in den OP.

Die dauernde Überwachung des Fötus durch ein CTG kann ebenfalls Stress in der Frau und ein Abfallen der kindlichen Herztöne verursachen wie Michel Odent (weltbekannter Geburtshelfer und Buchautor) belegt. Eine mittlerweile uralte Studie aus den 70er Jahren belegte, dass der Einsatz des CTG nur einen nachweisbaren Effekt hatte, nämlich die Rate der Zangen- und Kaiserschnittgeburten in die Höhe schnellen zu lassen.

Ein Wehenbelastungstest, dessen Einsatz mit einer Falschpositivrate von 50% mehr als fraglich ist, führt in als kritisch eingestuften Ergebnissen ebenfalls auf den Operationstisch.

Die Fruchtblasensprengung, die eingesetzt wird, um eine Geburt einzuleiten, kann der erste Schritt hin zum Kaiserschnitt sein, wenn nämlich die Wehen dennoch ausbleiben, die Ärzte nun jedoch die Meinung vertreten, ohne Fruchtblase könne das Kind nur noch eine gewisse Zeit im Mutterbauch verbleiben.

Da z.B. unter anderem das Risiko einer Wochenbettdepression der Frau nach einem Notkaiserschnitt um das siebenfache erhöht sind, ist es durchaus sinnvoll, die Bedingungen selbst produzierter Notfälle detailliert zu kennen.

Denn 90% der Geburten könnten ohne jede Intervention verlaufen.