Babytherapie

Babytherapie 

ist ein Schlüssel um die Tränen eines Babys zu verstehen und seine Eltern bei diesen frühen Lebenskrisen zu unterstützen.

Oder auch Verhaltensauffälligkeiten eines Kindes zur Wurzel ihres Entstehens zurück zu führen und heilende Prozesse zu initiieren.

Wenn ein Kind exzessiv weint, an Ein- oder Durchschlafstörungen leidet oder unverhältnismäßig viel schläft, oft Bauchschmerzen oder Probleme beim Stillen hat, nicht bei einer Sache bleiben kann oder andere Verhaltensauffälligkeiten zeigt, erzählt es uns damit etwas von einer frühen Verletzung, die nach Heilung strebt.

Diese Verletzungen entstehen manchmal aufgrund einer äußeren Störung der Geburt, Schwierigkeiten, sich aufeinander einzustellen am Lebensanfang, einer emotionalen Belastung im Familiensystem oder etwas anderem.

Niemand ist daran schuld.

Manchmal weiß man nicht einmal, dass ein Ereignis belastend war und bemerkt nur die Schwierigkeiten.

Jede auf den Körper der Eltern geweinte Träne ist heilsam für Körper und Seele. Da das Weinen eines Babys uns oft an die eigenen, baby-kinder-therapiemeist unbewussten oder verdrängten frühen Verletzungen erinnert, können Eltern Verzweiflung, Traurigkeit und Schmerz ihres Babys oft nur schwer  ertragen. Mit Begleitung wird es leichter, sich diesen eigenen Verletzungen liebevoll zuzuwenden und den Umgang mit einem verzweifelten Kind zu lernen so dass das Weinen des Kindes der Schlüssel zur gemeinsamen Heilung wird.

Zudem erzählen Babys und kleine Kinder ihre Geschichte in einer anderen Sprache als wir Erwachsenen sie kennen und leicht verstehen. Mit seinen Körperbewegungen, seinen Tönen, seinem Atem, seiner Mimik und der Art seines Weinens lässt es uns an seinen tiefsten Empfindungen teilhaben.

In der Therapie stimmen wir uns auf den Lebenspuls des Kindes ein und pendeln zwischen dem traumatischem Ereignis und der gemeinsamen Entspannung. Indem wir uns  dem Ereignis in kleinen Schritten nähern, kann es integriert werden.

Mittels weiterer feiner Methoden der Körperpsychotherapie werden vorhandene Stressmuster abgebaut, um den Dialog zwischen dem Baby und seinen Eltern wieder zu öffnen und neue Bindungserfahrungen zu ermöglichen.

Kindertherapie und nachträgliche Geburtsverarbeitung bei Kindern

Ältere Kinder können sich über Spiel und Sprache ausdrücken. In einem liebevollen Setting mit Spielmaterialien, sprachlichen und kreativen Angeboten gelingt es ihnen Unerlöstes auf ihre Weise sichtbar zu machen.

So können z. B. Kinder, die durch einen Kaiserschnitt auf die Welt kamen, die Wegstrecke durch den Geburtskanal, der in jedem menschlichen Nervensystem als natürlicher Geburtsweg angelegt, ist, nachholen. Das ist sehr sinnvoll, da „Kaiserschnittkinder“, häufig Symptome zeigen, in denen sie ihre „andere Geburt“ nochmals erzählen wollen, dies aber nicht verstanden wird. Es kann sich z.B. durch plötzliche Gewaltanwendung, Schulverweigerung oder Ängste oder in sonstigen nicht leicht nachvollziehbaren Verhaltensweisen äußern. Auch das häufig gestörte, weil in den ersten Lebensstunden sehr belastete Bonding, kann zwischen Mutter (Vater) und Kind in diesem geschützten Setting nachgeholt werden.

Therapiebeispiel:

Familie S kommt mit ihrem 8-jährigen (mit Kaiserschnitt geborenen) Sohn M., weil dieser sich in der Schule auffällig verhält. „Häufig ist er unkonzentriert und streitlustig und überhaupt darf nur der Papa ihm wirklich etwas sagen“. Die Mutter leidet sehr unter der Nicht-Beziehung, weil sie ihren Sohn zutiefst liebt, jedoch nicht wirklich an ihn rankommt. Nach einem Erstkontakt in dem M. und seine Eltern Zeit haben sich zu orientieren und in dem M. ein paar Bilder von sich und seiner Familie malt, findet er die Idee toll, die Erfahrungen seiner Geburt im Spiel zu zeigen. Er baut sich mit Kissen, Decken und einem „Ikea-Tunnel“ einen Geburts-Kanal. Im ersten Durchgang möchte er, dass der Kanal ganz weit ist und er jederzeit raus oder zurück krabbeln kann. Es wird sichtbar, dass er sich mit zunehmendem Vertrauen, dem Moment annähert, in dem er auf seinem eigenen Geburts-Weg unterbrochen wurde. Dies zeigt sich in Mimik und plötzlicher Alarmbereitschaft im Körper. Im verbalen Kontakt wird M. ermutigt, seiner Angst und gestiegenen Spannung Ausdruck zu verleihen. M. löst das Problem, indem er aus dem Kanal ausbricht und ein paar Runden durchs Zimmer rennt, zwischendurch dem Vater auf den Schoß sitzt und diesen in  ein Raufen verwickelt.  Gleichzeitig fühlt er sich zusehend besser, weil er sich in seinem gesamten Ausdruck angenommen fühlt. Erneut wagt er den Gang in den Tunnel und lässt zu, dass dieser enger gemacht wird. An den Fußsohlen berührt, wird es seinen Beinen möglich, die damals unterbrochenen Impulse sich abzudrücken, wieder zu finden. In heftigem Strampeln ist es ihm möglich seiner Wut, damals einfach rausgeholt worden zu sein, Ausdruck zu verleihen. Nun hat er Lust, dem Locken der Eltern am Ende des Tunnels zu folgen. Er kriecht vollständig hindurch, legt sich wie ein Baby in den Schoß seiner Mutter und schaut diese, wie ein Neugeborener lange an. Die Mutter, sichtlich zu Tränen gerührt, wird von ihrem Mann im Rücken gehalten und alle genießen eine lange Weile diesen magischen Neuanfang…Seine Mutter teilt M. dann in diesem gehaltenen „Fühlraum“ mit, wie sehr es ihr Leid tut, dass sie damals keine Zeit hatten sich auf diese Weise kennen zu lernen, weil er dann gleich untersucht und abgesaugt werden musste und sie durch die OP erst einmal ganz verwirrt war und sich und ihn gar nicht richtig spüren konnte.

In einem späteren Telefonat erzählen die Eltern voller Dankbarkeit, wie sehr sich das Verhalten von M. zu Hause und in der Schule verändert habe. Er sei viel zugänglicher, bezogener und freundlicher geworden und er habe  in den ersten Tagen nach der Sitzung noch ein paar Mal Geburt und Bonding mit den Eltern gespielt….

Wir alle besitzen das ganze Potential von Heilungsmöglichkeiten, egal wie schwierig die Geburt war. Im geschützten Raum, lassen wir auftauchen, was noch integriert werden möchte, damit das Leben gut weiter gehen kann.

Da wir im späteren Leben dazu neigen unsere Grundprägungen von Geburt und Schwangerschaft ständig meist völlig unbewusst zu reinszinieren, lohnt sich eine Aufarbeitung immer.