Amniozentese

Amniozentese 

Die Fruchtwasserpunktion ist eine invasive Methode, bei welcher in der 16.-18.SSW mit einer Hohlnadel durch die Bauchdecke der Frau gestochen wird, um etwa 15 ml Fruchtwasser zu entnehmen. Das Verfahren erlaubt mit relativ großer Sicherheit die Diagnose von Chromosomenabweichungen, DNA-bedingten Stoffwechselstörungen und anderen genetisch bedingten Veranlagungen. Ergebnisse darüber liegen nach zwei Wochen vor. Die Analyse der Trisomien 13, 18 und 21 dauert einen Tag.

Das Risiko einer Fehlgeburt hängt stark vom Können des untersuchenden Arztes ab. Je nach Quelle wird es mit 0,5 – 1,5% bewertet. Das bedeutet, dass ca. jedes hundertste Kind bei der Untersuchung verstirbt. Die Fruchtwasserpunktion ist die Folgeuntersuchung bei einem ungewissen Befund bei der Nackentransparenzmessung. Da dort jede 20. Frau einen solchen ungewissen Befund trotz eines gesunden Kindes erhält, sterben bei der Amniozentese sicherlich auch einige an sich kerngesunde Föten.

Sogar die Schulmedizin weiß schon lange, dass das Baby bei dieser Untersuchung in Panik gerät. Noch

big_29415884_0_212-159stunden- bis tagelang nach dem Eingriff sind die Atembewegungen1 des Kindes reduziert – als hätte es – wie ein Mensch in Panik dies oft tut – die Luft angehalten und muss sich über Tage hinweg, von diesem Schock erholen.

Der Psychologe David Chamberlain zitiert eine Arbeit, bei der das Kind im Mutterleib sich von der eindringenden Nadel zurückzog, zu verstecken suchte und später mit der Faust dagegen schlug. Vielen ist die Vorstellung noch neu, dass ein Fötus in der 16. SSW bereits Panik empfinden und aggressiv sein kann. In der pränataltherapeutischen Arbeit mit Erwachsenen, die dieser Untersuchung im Mutterleib ausgesetzt waren, erlebt man jedoch immer wieder, dass das Kind weiß, dass es gerade um Leben und Tod geht, dass sich nun entscheiden wird, ob es den Test bestanden hat und leben darf oder sterben muss.

Sicher machen sich Eltern eine solche Entscheidung niemals leicht und es ist richtig und gut, dass wir in einer Gesellschaft leben, in welcher sie in Freiheit entscheiden können, welche Lebensaufgaben sie zu bewältigen sich in der Lage sehen und welche nicht. Ein mehrfach behindertes Kind groß zu ziehen, kann die eigenen Möglichkeiten weit überschreiten und es dient niemandem, wenn Eltern in diesem Moment nicht ehrlich zu sich sind.

Die Frage setzt wesentlich früher an: unter welchen Umständen sind pränataldiagnostische Verfahren sinnvoll, wann ist es sinnvoll, das Leben des Ungeborenen zu riskieren, sein Seelenleben Belastungen auszusetzen und wann eben nicht. Jede Untersuchung sollte unseres Erachtens im Wissen um ihre Nachteile nur aufgrund tatsächlich bestehender Verdachtsmomente gewählt werden, weil z.B. in der Familie Erbkrankheiten häufig vorkommen o.ä.

Die Panik, welche bei einer Fruchtwasserpunktion im Kind entsteht, werden die meisten Menschen höchstwahrscheinlich ein Leben lang mit sich tragen, weniger als gefühlte Angst sondern eher beispielsweise als chronische Muskelverspannungen, für die es „keine“ Ursache gibt oder einem besonders ausgeprägten Bestreben, den persönlichen Raum zu schützen, auch wenn er gar nicht bedroht wird – die Nadel drang ungewollt und plötzlich in diesen ein.

Das geborene Kind, welches den Test „bestanden“ hat, lebt u.U. während seiner Kindheit in einer beständigen Unsicherheit, ob seine Eltern es wirklich so lieben wie es ist.

Es versteht dies vielleicht selbst nicht, da sie es ihm täglich zeigen und sagen.

Aber im Mutterleib hat es etwas anderes erfahren. Und es ist nicht schwer, sich vorzustellen, dass es an der Bedingungslosigkeit ihrer Liebe zweifelt.

Wie sollte es nicht?

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